Lösungsfokussierung als Haltung - im lebendigen Dialog
Veranstalter
„Präsenz“ als gemeinsam geteilte Gegenwart ist die Voraussetzung für ein verständiges Arbeiten im Miteinander. Haltung ist nun die Art und Weise, wie wir präsent sind, und wie wir Präsenz gestalten. Im zwischenmenschlichen Raum können sich überraschende Möglichkeiten zeigen, wenn in der Haltung selbst eine Kultur der Gastgeberschaft für „Lösungen“ gelebt wird. Es ist inzwischen unstrittig, dass „Haltung“ in allen menschenbegleitenden Prozessen ein zentraler, vielleicht der zentralste Wirkfaktor ist. Zugleich ist Haltung nicht klassisch lehrbar. Haltung, zumal die lösungsfokussierende, wird vermittelt, indem sie gelebt und gezeigt wird.
Ein Dilemma, das in diesem Kurs konstruktiv gewendet wird: Indem zwei Dozenten, die sich als explizit lösungsfokussierend verstehen, gegenseitig den Aspekt „Haltung“ in Demonstrationen ihrer Arbeit herausreflektieren. Indem dialogisch, in praktischen Übungen und Demonstrationen, Körperübungen, Sprachexperimenten, Aufstellungen und mehr, aus der jeweils anderen Perspektive Haltungsaspekte beleuchtet werden. So entstehen mehrdimensionale Räume, in denen sich Überraschendes lebendig zeigen darf. Genau diese Wahrnehmung von Gleichheit und Unterschied eröffnet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein anregendes Feld, um selbst die eigene Haltung neu zu justieren. So wird zu erleben sein: Statt festzuhalten am Gegenteil des Problems, statt richtig und falsch, statt gegenständlich und im „Habenwollen“ sich zu verlieren … sich dem Sein zu öffnen … sich selbst als Anteil des Systems im Erleben wahrzunehmen – aus „Flüssiger Haltung“ – nicht starr und auch nicht beliebig herauszuarbeiten. So kann sich im achtsamen Umgang miteinander gewissermaßen eine Ästhetik des sich Lösens entwickeln (Tom Andreas). Es wird gezeigt, wie das genaue Spüren von Grenzen, als das, was trennt und verbindet, zu einer Grundlage von Lösungsprozessen gemacht werden kann.
Auch kann die Grenze zur hilfreichen Ressource einer Haltung erwachsen, die versucht, feinfühlig nah an den Klientinnen und Klienten zu bleiben, ohne überinvolviert zu sein (Holm v. Egidy). Zugleich ist der Coach aber ganz bei sich, gibt den Prozessen Stabilität und Sicherheit. So eröffnet sich das oft noch zarte Eigene, das in Prozessen neu ins Leben kommen kann. An diesen zwei Tagen arbeiten wir intensiv an diesen Themen. Das Prinzip „Haltung“ wird plastisch, lebendig, körperlich, ganzheitlich und bunt erfahrbar.